Tom D. Jones

Bewegende Bilder

Man kann sogar die unterschiedliche Tropfen in der Mähne des Löwen erkennen: Die einen sind Blut, die anderen Wasser. So nah ist Tom D. Jones seinen Motiven. Portraits von freien, wilden Tiere, aufgenommen, als würden sie dem Hasselblad-Meister Modell sitzen. In ihrem natürlichen Lebensraum, in fast schon intimen Momenten festgehalten – ein Löwe kümmert sich, fast zärtlich, um einen verwundeten Artgenossen; eine Elefantenherde marschiert, das Junge schützend in ihrer Mitte; Giraffen aufgereiht wie lustige Comic-Figuren. Einzigartige Momentaufnahmen, die Tom D. Jones auf seinen Foto-Exkursionen durch Kenia in den letzten sechs Jahren eingefangen hat und die jetzt in der Austellung „True Wildlife“ im Cultuurcentrum Scharpoord zu sehen sind.

Obwohl jede Fotografie für sich selbst spricht, empfehle ich den Audio-Guide. Denn die Geschichten, die Jones zur Entstehung einiger Bilder den zu erzählen hat, sind mindesten genauso spannend. Auf seiner Website gibt es auch ein Making-of Video. Den Bildband zur Ausstellung gibt es auch in einer deutschen Ausgabe.

Tom D. Jones, geboren 1971, ist ein vielfach ausgezeichneter Fotograf aus Knokke und Belgiens einziger Hasselblad-Master.

Fotos: Mit freundlicher Genehmigung von Tom D. Jones

Die Ausstellung ist noch bis zum 12. November 2023 im Cultuurcentrum Scharpoord, Maxim Willemspaad 1, 8300 Knokke-Heist, zu sehen. Täglich geöffnet von 10 bis 18 Uhr, außer montags. Weitere Infos gibt es hier

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Hoeveslagerij Burggraeve

Entrecôte Kurt

Ich sage eins gleich vorweg: Fleisch ist mein Gemüse. Ja, ich weiß, das ist heutzutage weder politisch korrekt noch woke, ist mir aber herzlich egal. Was mir nicht egal ist, ist die Qualität. Und die ist immer verbunden mit den Bedingungen, unter denen die Tiere aufwachsen.

Wer diesbezüglich in Knokke auf Nummer Sicher gehen will, ist bei Kurt und Annelies Burggraeve in Ramskapelle sehr richtig. Alles, was in der hofeigenen Metzgerei über den Tresen geht, stammt aus eigener Aufzucht und ist hausgemacht. Das ist auch der Grund, warum das Geschäft nur von Freitag bis Sonntag geöffnet ist. Den Rest der Woche verbringt der Kurt mit seinem lieben Vieh.

Das Sortiment ist riesig, auch ohne Flank Steaks aus Argentinien und Lammrücken aus Neuseeland. Mein Favorit, neben Entrecôte, Bauernschinken und dem gebackenen Roastbeef, ist der Bouilliesalade – ein sämig-würziger Brotaufstrich aus dem, was beim Kochen von Rinderbrühe übrig bleibt. Kurz (vermutlich) Mayo untergerührt, mit Silberzwiebelchen und ein paar Alibi-Möhrenraspeln verfeinert, fertig, köstlich. Auch der Kartoffelsalat besteht die deutsche „Sachverständiger by nature“-Prüfung mit eins. Und nicht zu vergessen die Hühner! Auch deren Qualität ist überragend.

Da Burggraeve längst kein Geheimtipp mehr ist, lohnt es sich, das Bestellformular auf der Website zu nutzen. (Natürlich erst, nachdem man sich mit dem Sortiment vertraut gemacht hat, sonst könnte man womöglich irgendwas verpassen.) Während alle anderen bis auf den Vorplatz Schlange stehen, darf man direkt zur Kasse vorhuschen. Dort zahlt man übrigens so wenig, dass man immer denkt, es fehlt etwas oder jemand hat sich verrechnet.

Hoeveslagerij Burggraeve * Heistlaan 430 * 8301 Knokke-Heist (Ramskapelle) * Telefon +32 50 53 96 53
www.hoeveslagerij-burggraeve.be
Geöffnet Freitag und Samstag von 8.30 bis 18.30 Uhr, Sonntag von 8.30 bis 12.00 Uhr.

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Art Tour 2023

Bewegtes Sightseeing

Ich liebe bewegtes Sightseeing – egal, ob per Boot oder Bus, sich einfach gemütlich durch die Gegend gondeln zu lassen und dabei viel zu sehen und zu erfahren, ohne hinterher alleine vom Laufen völlig erschöpft zu sein, herrlich! Am Samstag haben wir an der ART Tour teilgenommen. Eine – in unserem Fall vom wandelnden Knokke-Lexikon Sabine – geführte Tour im Citymobil (Golfcart als Bus für 24 Personen), die um 11 Uhr am Tourismus-Büro startet und drei Stunden dauert.

Foto: Kristina Jordan

Magritte-Fresken im Kasino

Erstes Highlight war die Besichtigung des Magritte-Saals im Kasino, der normalerweise nicht zugänglich ist. Das Kasino selbst ist in erschreckend desolatem Zustand – alleine am Geruch kann man erahnen, seit wann sich hier der Sanierungsbedarf staut. Aber das nur am Rande. 

Das Fresko „Die verwunschene Gegend“ des belgischen Künstlers René Magritte von 1953 in der Rotunde des Casinos ist wirklich beeindruckend. Man kann sich sehr gut vorstellen, was für einen besonderen Rahmen dieser Raum Veranstaltungen gegeben hat – vor allem, als der zu Zeiten der Erbauung des Kasinos 1952 größte Kronleuchter der Welt noch dort hing. Dieser ziert heute den Veranstaltungsbereich. Das insgesamt 72 Meter breite Fresko wurde übrigens nicht von Magritte selbst an die Wand gebracht, sondern von zahlreichen Anstreichern aus Knokke – die Vorlagen wurden an die Wände projiziert und dann nachgemalt.

Foto: Kristina Jordan

Jones Gallery

Das nächste Vergnügen war, in der Jones Gallery am Zeedijk Sylvia Jones kennenzulernen. Sie präsentierte auf überaus charmante und unterhaltsame Weise die Werke ihres Mannes, Tom D. Jones – Knokkes wohl bekanntestem Fotografen und Belgiens einzigem Hasselblad-Master. Auf dem Foto oben sehen Sie das majestätische Portrait eines Löwen aus seiner Serie „Ephemeral Life“.

Der Name Jones ist in Knokke kein unbekannter: Sylvias Vater Danny gründete zusammen mit seinem Bruder Freddy zu Ehren ihres Vaters Dennis (einem britische Normandie-Veteranen, der der Liebe Wege nach Knokke zog) das Museum for Freedom in Ramskapelle.

Nach der Heirat mit Sylvia nahm Tom Devinck ihren Namen an, fügte aber, um Verwechslungen mit Mr. Sexbomb zu vermeiden, das D. als Mittelnamen ein. Sylvia Jones ist selbst eine fabelhafte Fotografin, ihr wurde die Begeisterung für Fotografie sozusagen in die Wiege gelegt: Foto Jones, das ehemalige Geschäft ihres Vaters an der Lippenslaan, ist in Knokke heute noch ein Begriff. 

Foto: Kristina Jordan

Restaurant Dunas

Was diesen Ausflug besonders angenehm macht: Es gibt zwischendurch Erfrischungen! Und zwar nicht irgendwas Abgestandenes mit ner Tüte Knabberzeug auf die Hand für unterwegs, sondern einen Zwischenstopp im Dunas am Zeedijk in Duinbergen. Ein köstlicher Aperitif mit zwei köstlichen Probiertellern aus der Küche von Fran Mertens (ehemals Cuiness,33), serviert im stylischen Ambiente, macht sofort Lust auf mehr.

Die ART Tour findet statt vom 15. Juni bis 9. September 2023.
Tickets und weitere Infos gibt es bei Tourismus Knokke-Heist.  

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Bistro Chou

Steak frites und gute Laune

Etwas Abseits der üblichen Wege findet man ziemlich weit hinten auf der Smedenstraat dieses liebe Bistro. Und es ist genau so, wie es sein sollte: Kleine Karte, aber alles was drauf steht, ist ebenfalls so, wie es sein sollte. Die Preise sind moderat. Das Biefstuk mit Fritjes ist perfekt, dazu ein kleiner Salat. Bei schönem Wetter auf der Terrasse an der Straße serviert, an Tischen mit rot-weiß karierten Tischdecken auf Tellern aus Omas Schrank – was will man mehr?

Das hat sich mittlerweile über die Nachbarschaft hinaus rumgesprochen, deshalb auch hier besser reservieren. Hat aber auch den Vorteil, dass im Bistro Chou immer gute Stimmung ist. Und man sieht hier gerne mal das ein oder andere bekannte Gesicht von anderen Restaurant-Inhabern oder Köchen, und das ist wohl das größte Qualitätsmerkmal. Uneingeschränkte Empfehlung.

Bistro Chou * Smedenstraat 119 * 8300 Knokke-Heist * Telefon +32 50 65 84 24
Täglich ab 18.30 Uhr, Mittwoch und Donnerstag geschlossen.

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Koen Vanmechelen

Schräger Vogel

Das Kulturzentrum Scharpoord zeigt gerade die hochgelobte Ausstellung „Cosmopolitan Renaissance“ des Belgischen Künstlers Koen Vanmechelen.

Bekannt wurde er Ende der 90er Jahre, als er sein Cosmopolitan Chicken Project begann – die Erschaffung des vollkommen kosmopolitischen Huhns, indem man alle Hühnerrassen der Welt kreuzt. Kein Witz, sein erstes Huhn züchtete er als 5jähriger in seinem Kinderzimmer. Das Projekt ist mittlerweile in der 20. Generation angekommen und ist eine Metapher für die multikulturelle menschliche Gesellschaft.

Das Werk Vanmechelens ist eine Ode an die wunderschöne Vielfalt und Hybridität des Lebens: Jeder Organismus braucht einen anderen Organismus, um zu überleben. Genauso vielfältig sind auch seine Kunstwerke, die echt Spaß machen.

Fotos: Kristina Jordan

Die Ausstellung ist noch bis zum 15. Oktober 2022 im Cultuurcentrum Scharpoord,
Maxim Willemspaad 1, 8300 Knokke-Heist, zu sehen.
Weiter Infos gibt es hier

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Restaurant de Oesterput

Hummer ist König in Blankenberge

Bilder sagen mehr als Worte: Der Hummer sah so gut aus, dass alle sofort angefangen haben zu essen und keiner ein würdiges „Vorher“-Foto gemacht hat. Deshalb an dieser Stelle (fast) nur abgefressene Teller und glückliche Gesichter …

Dass Hummer, Austern und Fisch im Oesterput fangfrisch auf den Tisch kommen, hat Tradition: Das Restaurant wurde 1888 neben dem Fischgroßhandel von Pieter Devriendt eröffnet, der von Blankenberge aus das ganze Land belieferte und als erster einen Austernbrunnen betrieb. Den Großhandel gibt es nicht mehr, aber das Oesterput ist immer noch im Familienbesitz: Piet Devriendt serviert in der vierten Generation – der Tradition treu geblieben – Meeresgetier der ersten Güteklasse.

Die Terrasse neben dem Jachthafen ist bei schönem Wetter ein Traum und der Service verliert selbst beim größten Andrang weder Nerven noch Überblick. Die beste Nachricht: Seit letztem Jahr kann man einen Tisch reservieren. Heißt, man macht den Ausflug nach Blankenberge keinesfalls umsonst.

Fotos: Kristina Jordan

Restaurant de Oesterput * Wenduinse Steenweg 16 * 8370 Blankenberge * Telefon +32 50 41 10 35
www.oesterput.com
Geöffnet Mittwoch bis Sonntag von 12.00 bis 13.30 Uhr und von 18.00 bis 20.30 Uhr

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Restaurant `t Werftje

Ein ganz normaler Sonntagnachmittag …

Das `t Werftje ist im Sommmer einer meiner Lieblingsplätze. Im Hafen von Zeebrügge, hinter einer eher unscheinbaren Fassade, verbirgt sich dieser zauberhafte Ort. Die Terrasse ist eine Mischung aus Fischerkneipe und Ibiza – die Speisekarte Seafood und typisch belgische Gerichte (himmlische Garnaalkrokettjes!), das Ambiente eher Richtung sonniger Süden –  stylisch, fröhlich, mit guter Musik und lustigen Leuten. Einziger Hasenfuß: Keine Reservierung und zu den Stoßzeiten ist die Schlange vor Tür lang. Aber das Warten lohnt sich auf jeden Fall, oder man geht halt zu eher ungewöhnlichen Essenzeiten hin.

Aber auch außerhalb der Hochsaison ist das älteste Lokal von Zeebrügge einen Ausflug wert, denn das Interieur ist (trotz einer Generalüberholung 2015) seit 1905 so gut wie unverändert.

Foto: `t Werftje

Fischrestaurant und Bar `t Werftje * Werfkaai 29 * 8380 Zeebrügge * Telefon +32 497 55 30 10
www.twerftje.be
Geöffnet Donnerstag bis Montag 11.00 bis 1.00 Uhr

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